Fussball: Drama im Heimspiel

Erste Mannschaft – SC Südlohn 2:3

Der Hintergrund dunkel. Das Entscheidene im Lichtkegel. Im Spotlight. Im Flutlicht. So war die Bühne beim Meisterschaftsspiel unserer Ersten Mannschaft angerichtet. Grün, grün der Untergrund, Kunsthärchen für Kunsthärchen aufgerichtet. Jedes granulatierende Sandkorn ersehnt den Kontakt mit dem Spiel. Mit den bunten Schuhen der Akteure. Unser Steversportpark als Theatre of Dreams. Als Theater mit reichlich Performance. Bereit für Dramen Shakespearischen Außmaßes....Dafür bereit waren auch die zahlreichen anwesenden Zuseher, welchen ihren Weg in unsere Heimspielstätte fanden. Einfach mal Fan sein....gucken, anfeuern, jubeln, nebenbei Pils und Bratwurst im Brötchen. Mit Senf.

Alles bereit. Alles mit Spannung erwartet. Auch, ob der Senf ärgerlicherweise auf die eigene Jacke tropft.

Alles soll möglich sein. Alles kann möglich sein. Es konnte schließlich nur besser werden nach der Niederlage in Osterwick am vergangenen Sonntag. Deutliche Worte vom Trainerteam. Deutliche Worte innerhalb der Mannschaft. Zwar immer noch zahlreiche personelle Ausfälle, aber dennoch ein Kader mit Spielern die sich nun beweisen können und wollen. Ein Kader, der in der aktuellen Situation auch von unserer Zweiten Mannschaft unterstütz wird. So unterstützen die Heroen Osman Yildiz und Lukas Pils unser Team in unserem Spiel.

Unsere Erste Mannschaft mit Jan Stember in den Handschuhen. Innen verteidigten JWJW. Irgendwas mit Julian Jens und Wilhelm Wennemann. Die Außen wurden von Jan Mengelkamp und Erik Pötter gesichert.

Kapitän Kevin Schäper schämte sich genauso wie Mathis Scheele nicht, die Drecksarbeit im defensiven Mittelfeld anzunehmen und zu betreiben.

BBB-BigBoomBlaster im Sturm. Beckmanns Fabian, Bluschkes Kevin und Burbaums Henry Indy vorne drin. „Wer ´B´sagt, muss auch ´H´sagen“, meinte Mittelfeldaußenakteur Henrik Hans, welcher, by the way, ein hervoragendes Spiel bestritt.

Im Grunde viel los. Ein Spiel, Live-Ticker-Beauftragter Norbert Mecklenburg ordentlich am tippen. Fingers on fire.

Im Grunde erwartbar: Die Mannschaft an der Spitze hat mehr Ballbesitz. In diesen Fall der Gast aus Südlohn, Bezirksligaabsteiger. Aber unser Team leidenschaftlich, gut und souverän in der Abwehr. No Shot on Target für Südlohn in der ersten Halbzeit. Quasi keinen Abschluss für die Gäste zugelassen vor der Pausenunterbrechung.

Außer. Ausser. Außer. Ja. Ja. Ja. Diese eine Szene. Diese eine Aktion. Dieser eine Pfiff.

Ein Pfiff des unparteiischen Spielleiters deutet immer auf einen möglichen Regelverstoss im Spiel hin. Auf eine Entscheidung des Schiedsrichters hin.

Also auch in dieser Begegnung: Ein Pfiff. Strafstoss. Elfmeter. Gefolgt von: Anlauf. Schuss. Tor (20.). Die Meinungen zu dieser Strafstossentscheidung waren bei beiden Teams größtenteils kongruent.

0zu1. Mit 1zu0 im Rückstand SuS. Halbzeitrückstand für unseren Spiel und Sport. Dennoch gute Leistung bis dato. Der Favorit aus Südlohn kaum gefährlich. Kein wirklicher Abschluss auf Stembers Gehäuse.

2nd Half. Olfen, unsere Mannschaft nun mutiger. Mit mehr Ballbesitz und Ballkontrolle. Nach vorne agierend. Anlaufend. Dem Gegner die Räume eng machend.

Konsequenterweise der Ausgleich für unsere Truppe: Henry Burbaum mit einem trocken Schuss ins Tornetz des Gegners. 1zu1 (55.). - Die Grün-Weißen wieder da! Indycredible! Unsere Grün-Weißen wieder da! Jubelarien des Publikums. Applaudieren der Anwesenden. Yes, so verdient!

Olfen weiter! Olfen vor! Olfen spielte weiter. Spielte weiter nach vorne. Spielte weiter zum nächsten Torerfolg. Und der sollte sich einstellen: Nach geiler Flanke von Fabian Beckmann bewies Kevin Bluschke Köpfchen....TOOOOOOOOOOOOOOOOOOOR..... und erzielte am zweiten Pfosten mit einem Header die Olfener Führung. JUUUUUBEl. Flutlichtextase bei den Fans. Zusehern. Entkleidungen. Umarmungen. 2zu1 (62.). Hat einer Stimmung gesagt? Stimmuuuuuuuuuuuuuuuug. Atmo und Aura SuS.

Nun auch Wechsel bei Spiel und Sport. Pascal Seypelt für den verletzten Wilhelm. Felix Scholz für den gelbverwarten Scheele. Später auch Lukas Glosemeyer und Joe Both in die Partie.

Unsere Mannschaft weiter die eigene Offensive bedienend, aber schon nicht mehr mit dem Risiko der offenen Abwehr. Diese wurde gefordert. Diese stand sicher. Vollster Einsatz. Schließlich wollten die Gäste das Ergebnis noch zu ihren Gunsten korrigieren.

Einsatz. Gier. Feuer. Der sportliche Leiter nannte es „Männerfussball“: Unser Team, unsere Truppe warf alles rein. Kämpfend um jeden Ball, in jedem Zweikampf.

So musste ein überragender, geplanter? Schuss eines Südlohner Stürmers aus 16 Metern in den Olfener Torgiebel herhalten, um den Ausgleich in der Partie zu erzwingen (80.).

Solange die Nachspielzeit läuft, war sicherlich noch alles möglich. Während nun die Nordkreisler alles nach vorne warfen, wurden unser Steverstädter Team dezimiert. Glatt Rote Karte wegen Foulspiels (91.). Unterzahl Olfen. Ein Spieler weniger. Ein Kämpfer weniger.

Stember und mittlerweile die gesamte Mannschaft verteidigten alles weg.....bis auf den letzten Schuss. In der letzten Sekunde (90.+6).

Hohes Emotionslevel. Abpfiff. Hohes Emotionslevel.

Die Ruhr Nachrichten, welche das Spiel auch im Live-Stream in die Welt trugen, titelten in der nächten Printausgabe: „Lucky Punch in der Nachspielzeit: Südlohn in Olfen der glückliche Sieger“

Dem schloß sich SC-Trainer Björn Seeger an: „Wir haben nach der Führung ein bisschen den Faden verloren und Olfen wurde auch stärker. In der zweiten Halbzeit zog sich das durch und wir liefen auf einmal das ganze Spiel einem Rückstand hinterher.“ Weiter führte er aus: „Es ist ein glücklicher Sieg. Respekt an Olfen, die hätten den Punkt verdient gehabt, muss man so sagen.“

„Ich habe eine aufopferungsvoll kämpfende Mannschaft gesehen“, war sich SuS-Coach Marco Jedlicka sicher.

Für unsere Mannschaft geht es nun am Sonntag, dem 27. September, weiter beim Nachbarn aus Seppenrade. Anstoss ist im Rosendorf um 15 Uhr auf dem dortigen Kunstrasenplatz.