Fussball: Letter Freude im Steversportpark - Erste Mannschaft gegen Vorwärts ohne Punkte

Erste Mannschaft – DJK Vorwärts Lette 2:3
Da sitzt man morgens gutgelaunt in der Küche am Frühstückstisch, seinen Tchibo-oder Eduscho-Kaffee in der grün-weißen SuS-Olfen-Lackmann-Willkommen-Zuhause-Wohlfühl-Tasse, mancher auch seine Wiener Melange, schön die Lätta-Margarine auf der Knifte und im Radio laufen The Box Tops...“Gimme a ticket for an aeroplane...my baby just wrote me a letter. Düdelüdeldü...“ Den Beat mitnickend. Leicht summend...“my baby just wrote me a letter.“
Die Sonne zeigt ihr dezentes Scheinen. Eigentlich kein schlechter Tagesanfang. Bis. Ja, bis. Ja bis man die Zeitung aufschlägt. Aus Eigenschutz den „Politikteil“ erstmal beiseite. „Wirtschaft“, naja, Spritpreis-Kilimandscharo. Ableitungen bilden, um den Höchstpunkt zu bestimmen. Zu herausfordend am Morgen. Feuilleton? Zu schwer am...Hat die Zeitung das überhaupt?
TikTok kann warten...wisch ich später. Die Katzenvideos können warten...Nein, wisch ich später...Selbstdisziplin, jaja.
Nein, erstmal easy-peasy den Lokalsport sichten:
Da passiert immer was! Zum einen: „Wechsel,Wechsel, Wechsel“, „Sportlicher Leiter als Diamantenauge.“ „Wunschspieler.“ Königstransfer.“„Das passende Puzzlestück.“ „Westfalenligaspieler kommt.“ Aber auch: Sponsor weg“, „Verein meldet Mannschaft ab.“ „Mannschaft zurückgezogen.“ „Zehn Spielerabgänge“. - Eigentlich wäre das schon „Wirtschaftsteil“.
Wo die alle die Kohle her haben? - Und dann nicht mehr. Ob das gesund ist? Spieler in der Kreisliga B oder A für ihr dann ehemaliges Hobby zu bezahlen. Noch höher ist es wohl Gang und Gäbe. Die Kommerzialisierung des Amateurfußballs...
Zum Glück machen wir in Olfen so was nicht mit...
„Düdelüdeldü...and my baby just give me a letter.“- Ohrwurm.
Ich glaube nicht, dass F-, E-, oder C-Jugendliche pöhlen, kicken, Fussball spielen, damit sie später Kohle damit verdienen wollen. Es macht ihnen einfach Spaß, Freude, Spaß. Kindlicher Idealismus. Dieser Gedanke kommt wohl erste im fortgeschrittenen Alter. Wenn Geld eine Rolle spielt.
Wenn ich jetzt überlege...eigentlich, ja eigentlich ist ein Sportverein doch eine Interessensgemeinschaft von Leuten die Bock auf Sport haben. Genauso wie Menschen die Brieftauben feiern, Bock auf Briefmarkensammeln haben (Gibt´s das noch?). Oder die mit einer Angel-Rute am Gewässer stehen. Laut BGB braucht es mindestens 7 Personen um einen Verein zu gründen. - Der SuS hat über tausende Mitglieder. Wenn ich Interesse an etwas habe, sollte ich meinen Verein als meinen Verein sehen. Nicht als Dienstleister für mich. Schon gar nicht als Arbeitgeber.
Als Folge: Nun, die Mannschaftsabmeldungen während dieser Saison haben wohl ein neues Höchstmaß erreicht. In den 12 Bezirksligen wurden 6 Mannschaften komplett abgemeldet, da gibt es aber noch Vereine, die mit ihrer nicht konkurenzfähigen zweiten Mannschaft dann dort antreten und 200 Gegentore kassieren. In den Landesligen ist eine Mannschaft nicht mehr dabei. Schlimm. Das spricht nicht für einen gesunden Amateurfußball.
Nach all den Gedanken:
Zweite Tasse Kaffee aus der grün-weißen Wohlfühl-Tasse. Jetzt wieder besser. Die Maschine gibt es her. Hallo wach. Jetzt geht’s gut...“and my baby just wrote me a letter.“ Zurück zum Feeling: Willkomen zu Hause. Alles passt. Entspannung. Ruhe. Kaffee. Hundert Jahre Einsamkeit. Buendia.
Jetzt guck ich mal auf Olfen. Aber was ist das? Kreisliga A. Ach, die hatten gestern schon ein Spiel. Unsere Olfener Jungens. Gute Jungens. Da hätte ich gestern schon bei fussball.de gucken können...oder bei susolfen.de...oder facebook, aber den Zuckerberg mag ja keiner. Wollen die nicht eine Zuckersteuer einführen....? HäHä!
Ach, was ist das? Verloren gegen Vorwärts Lette? Waren die nicht letzter in der Tabelle. Hab ich jetzt nicht so genau auf dem Schirm. Aber ich glaube schon. Ach, da stehts ja. Jau.
Wie kann das den sein? Was war da denn los? Agoraphobie, Platzangst unserer Jungens? HäHä. Nein, nicht lustig! HäHä, doch ein bisschen...
Okay, was schreibt die Zeitung, was sagen die Trainer. Die waren wohl nicht zufrieden. Ich guck mal nach dem Spielbericht:
„Wir sind gut reingekommen.“ äußerte sich SuS-Coach Marco Jedlicka. Olfen bestimmte zu Beginn das Spiel, setzte den Gegener teilweise so stark unter Druck, dass er sich kaum befreien konnte. Torchancen da. Tore nicht da.
Jedlicka weiter: „Die kommen einmal nach vorne, wir hatten keine Zuordnung.“ Tor für Vorwärts nach Freistoss in der 28. Minute. „Wir hatten davor schon dicke Chancen, um in Führung zu gehen, schaffen das aber nicht“, führte der SuS-Übungsleiter weiter aus.
Weiter im Bericht: Verlassen konnte man sich an diesem Tage erneut auf Nico Mecklenburg. Dieser erzielte nach erkämpften Ball mit einem Distanzschuss aus 20 Metern den Außgleich (30.). Ein Willensakt.
Halbzeitpause. 1zu1. Olfen mit Überlegenheit und Tormöglichkeiten. Fritten-Tobi mit Pommes. Pommes-Tobi mit Fritten (45.+1).
In der 53. Minute Einwurf für die Gäste aus Lette. Der Zielspieler tankt sich durch. Foulspiel Olfen. Strafstoss für Vorwärts. Elfmeter für das Gastteam. Daraus folgend: Treffer für Vorwärts (52.). Jedlicka kritisch: „Wir haben eigentlich Überzahl und lassen den Stürmer trotzdem aufdrehen – so darf man nicht verteidigen.“
Olfen danach noch offensiver. Aber es brauchte ebenfalls einen Elfmeter für den nächsten Treffer. Foul an Rene Schickentanz. Niels Kleischmann ruhig beim Schuss. Beim Treffer. Beim Tor (67.).
Olfen wollte aber mehr. Den Sieg. Lette schlagen. Offensivität. Dann Konter von Vorwärts in der 83. Spielminute. Gut gespielt.
„Dann machen wir mehr Druck und kriegen den Konter – das spielen sie gut aus“, meinte Jedlicka zum Letteraner Siegtreffer. Weiter führte er aus: „Das ist ein Spiegelbild der gesamten Saison – ein ständiges Auf und Ab zwischen Höhen und Tiefen. Schlussendlich haben wir es nicht verdient. Wir müssen trotzdem stark genug sein, so ein Spiel zu gewinnen.“ Trotz aller Wortspiele hat es das Letter Team verdient, die drei Punkte er erhaschen.
Kein guter Lokalsport.
Okay, Zeitung beiseite. Auf zur Arbeit.....
