Fussball: Zwei SuS-Spieler ins Krankenhaus - Erste Mannschaft in Buldern mit 0 Punkten

Adler Buldern I – Erste Mannschaft 3:1
Der bekannteste Platzwart der Welt heißt Rufus.
Wenn er aufrecht auf seinen beiden Beinen steht und seine ganze Spannweite präsentiert, wirkt er majestätisch. Wie ein König des Rasens.
Rufus mag keine Tauben. Die vertreibt er mit inbrunst. Rufus mag Würmer, aber auch Kleinsäuger wie Wühlmäuse stehen auf seiner Speisekarte. Als Wüstenbussard (Parabuteo unicinctus) wird er nämlich vom All England Lawn Tennis and Croquet Club im Londoner Stadtteil Wimbledon dafür eingesetzt, den dortigen „heiligen Rasen“ zu pflegen und vor unliebsamen Gästen zu schützen.
Wie es der Greenkeeper im nicht allzuweit entfernten Wemley-Stadion hinbekommt, das Geläuf immer auf höchstem Niveau zu halten, bleibt hingegen sein Geheimnis.
In der Arena, welche sich in Gelsenkirchen-Erle befindet, fühlt sich der Groundsman auch manchmal wie ein Zugführer, denn vor Ort kann er den Rasen zur Regeneration und Vermeidung von Schäden auf Schienen aus dem Inneren des Runds hinaus fahren (dauert bis zu 4 Stunden ). Ob er dabei eine Schaffnerkelle in der Hand hält - sein Mysterium.
Mancher Schelm meint, dass in der gesamten letzten Saison der Schalker der Rasen wohl eher außerhalb der Spielstätte zu finden war, so wie sich das Team teilweise bei den Heimspielen präsentiert hatte.
Dieses Jahr aber anders. Aufstieg. Zum fünften Mal. Metus custodis agri de invatione arenae auf schalkensis. - Die Angst des Platzwarts vor dem Platzsturm auf Schalke. Die Fans würden nach Spielabpfiff wohl kaum warten bis der Rasen rausgefahren ist... Fast perfekte Zweitliga Saison. Zurück in der Beletage des deutschen Fußballs.
Und dieses sollte auch Einfluss auf die Partie unserer Ersten Mannschaft bei den DJK-Adlern aus Buldern nehmen. Schließlich wollte unser Team das sonntägliche Kreisliga-A-Spiel aufgrund der Schalke-Aufstiegs-Euphorie auf einen anderen Termin verlegen. Dazu meinte SuS-Coach Marco Jedlicka gegenüber den Ruhr Nachrichten: „Wir haben einige Schalke-Fans im Team, die den Aufstieg natürlich ausgiebig gefeiert haben. Aber Buldern wollte nicht – dafür haben es die Jungs trotzdem sehr gut gemacht und sich aufgeopfert.“
Außerdem stellte Olfens Übungsleiter fest, dass die Adler aus Buldern wohl weder über einen Rufus ( auch nicht verkleidet als Eddie the Eagle ), noch über einen aus ihrem Stadion herausfahrbaren Rasen verfügen. Sein kurzes Fazit: „Der Rasen war katastrophal.“ Punkt. Zum Glück hatten die Reserve-Mannschaften beider Vereine schon im Vorspiel um 13:00 Uhr das Geläuf ordentlich beackert.
Dennoch nicht nach Aussreden suchend. Trotz all diesem Vorgeplänkel wollten unsere Jungs drei Punkte mit zurück in den Steversportpark nehmen. Schon deswegen kein einfaches Unterfangen, weil sich unser SuS gegen die robusten und kopfballstarken Akteure des Heimteams in der Vergangenheit häufig schwertaten und die DJKler eine gute Saison spielen.
Dieses zeigte sich auch zu Beginn der aktuellen Partie. Nach kurzem gegenseitigem Abtasten beider Teams, führte schon in der 8ten Minute ein verlängerter Einwurf der Bulderaner zu ihrem Führungstreffer. Ärgerlich. Hatte das Olfener Trainer-Duo doch vor der Begegnung noch einmal auf die Standard- und Kopfballstärke des Gegners hingewiesen. Naja. Kopf nach oben. Go forward! S-U-S. Ess-Uhh-Ess! Manche Fans danach zum Wurst-Catering. Obwohl der Imparativ „Iss!“ lautet. Hmm, lecker!
Tatsächlich kam unsere Mannschaft nun besser in die Partie und bestimmte das Spielgeschehen, erspielte sich Aktionen im Strafraum der Heimmannschaft und konnte einige Abschlüsse erzielen. Leider ohne Torerfolg. Buldern hingegen setzte auf Balleroberungen und schnelle Umschaltmomente, war dabei aber durchaus gefährlich. Dennoch kein hochklassiges Fußballspiel.
Mehr als einen Schreckmoment gab es dann in der 38sten Minute: Bei einem Klärungsversuch im eigenen Sechzehnmeterraum stießen IV Kevin Bluschke und AV Fabian Konietzni mit ihren Köpfen unglücklich zusammen und blieben unmittelbar danach auf den Boden liegen. Aber nicht nur Kopfbrummen, sondern auch Platzwunden bei beiden Akteuren. Nach der Erstversorgung blieb nichts anderes übrig, als die Fahrt ins Krankenhaus anzutreten, wo beide Jungs medizinisch versorgt wurden. Gute Besserung.
Zwangsläufig Spielerwechsel bei Olfen. Schon vor der Pause Alexander Neuber und Rene Schickentanz auf den „Rasen“. Nach dem Seitenwechsel kam dann noch Daniel Czempik auf den Platz. Und der Regen von oben.
Dieses zeigte Früchte: Olfen wollte den Ausgleich, spielte offensiv und erzielte folgerichtig in der 57sten Minute durch Sturm-Ass Niklas Burgi Mählmann einen Treffer. Den kannste nicht brechen! Auf geht´s!
Kurz danach: Schickentanz mit einem Freistoss aus 20 Metern knapp neben den Außenpfosten. Auch ein Fernschuss über den Adler-Keeper von Nico Marin knappste knapp am Torerfolg vorbei. Heftig knapp. Marvin Böttcher noch mit einem guten, gefährlichen Kopfball. Ein echter Knappe.
Es nutzte alles nichts. Gegenangriff Buldern. Zweikampf am SuS-Strafraum. Elfmeterpfiff durch den Unparteiischen. Strafstoßentscheidung. Heftige Proteste seitens der Olfener. Unverständnis. Kopfschütteln auch weil sich die blauen Adler die Chance zur erneuten Führung nicht nehmen ließen (81.).
Da unser Spiel und Sport nun alles nach vorne warf, mit Pascal Seypelt auch nochmal einen frischen Offensivmann einwechselte, boten sich aber zugleich für das Heimteam gegen aufgerückte SuSler zunehmend Konteraktionen.
Eine davon wurde genutzt, um in der 90. Minute einen weiteren Treffer zu erzielen. 3zu1. Kurz danach besiegelte der Apfiff des Spielleiters die Niederlage unserer Truppe.
Als Fazit meinte Jedlicka nach der Partie: „Wir sind nicht unzufrieden, das Ergebnis hätte anders ausfallen können. Ein Unentschieden wäre verdient gewesen. Hut ab vor der Mannschaft. Unser gewohntes Ballbesitzspiel konnten wir auf dem Rasen heute nicht aufzeigen.“
Für unsere Mannschaft geht es schon am kommenden Donnerstag (7.5.). Hier kommt DJK Vorwärts Lette in den Steversportpark. Anstoß ist um 20 Uhr. Flutlicht an auf dem künstlichen Rasen.
Ein Leben lang – Grün und Weiß ein Leben lang!
