Fussball: „Eigentlich sind wir nicht zufrieden mit dem Spiel.“ 7:2-Sieg unserer Ersten gegen Datteln

Erste Mannschaft – DJK Sportfreunde Datteln 7:2

„Eigentlich sind wir nicht zufrieden mit dem Spiel.“ Dieses Zitat von Trainer Marco Jedlicka gegenüber den Ruhr Nachrichten verwundert auf den ersten Blick, vor allem, wenn man ein Auge auf den Endstand der Partie unserer Ersten Mannschaft gegen die Gäste vom Dattelner Meer wirft.

Ein zweiter Blick ist hier vonnöten. Ein zweiter Blick tut not und zeigt hier mehr. So lief die Begegnung am vergangen Sonntag in Gänze:

Unser Spiel und Sport fast mit kompletter Kapelle. Zu den ersten elf Mannen gesellten sich noch 10 Mitspieler auf der Bank, wobei der Begriff „Bank“ hier nur als Synonym für die Spieler steht, welche nicht von Beginn auf Olfener Seite mitwirken durften, sondern auf der Tartanbahn am Nebenplatz einige Intervallläufe absolvieren mussten.

Zu Spielbeginn unsere Grün-Weißen mit mehr Ballbesitz, mit mehr Ballkontrolle, aber ohne sich zwingende Abschlussmöglichkeiten zu erspielen. Anders agierend die Besucher von südlich der Lippe, welche mit großem Fan-Anhang angereist waren. Datteln abwartend, aber bei Ballgewinn schnelles Umschalten und Zug zum Olfener Strafraum. So dauerte es sechs Minuten bis die DJKler einen Angriff über ihre rechte Offensivseite mit einem unbedrängten Schuss aus 18 Metern vollendeten und veredelten. Führung Gäste.

Schon sieben Zeigerumdrehungen später konnte die linke Defensivseite Olfens einen Sturmlauf des Opponeten nicht verhindern. Das Leder gelang in die Mitte, wo Dattelns Stürmer nur noch einschieben musste (13.). Jubel bei SF, hängende Gesichter beim SuS.

Kurz Abschütteln, kurz Sammeln. Kurz Innehalten. Dann aber endlich Vollgas. Mehr zielführende Pässe. Mehr Zweikämpfe führen. Mehr Abschlüsse kreiren. Unser Team wollte jetzt endlich Charakter zeigen und die Scharte auswetzen.

Nach den ersten Annäherungen, ersten Versuchen, nun mehr Chancen. Eine davon nutzte, nach Flanke von Leon Breuer, der frisch vermählte Fabian Konietzni mit einem sehenswerten Seitfallzieher. (21.). Yes! Das Glück kommt ihm aktuell aus allen Poren.

Dann eine Szene, welche zunächst für Diskussionen sorgte: Nico Mecklenburg völlig frei zwischen den Dattelnern IVs. Alleine Richtung Tormann. Den Tormann überwunden. Ausgleich. (29.). Die Frage war nun, wie kam der Torschütze an die Pille. Stand er dabei im Abseits? Dattelns Abwehrchef armhebend in Erinnerung an den kürzlich verstorbenen Franco Baresi, dem laut „Kicker“ ironisch „Ersten VAR der Geschichte“. Baresi, die große Legende, Spieler bei Arrigo Sacchis `Gli Immortali` AC Milan, war berühmt für seine Antizipation und sein Timing, weshalb er bei gegnerischen Angriffen schnell den Arm zu heben verstand, um eine Abseitsposition anzuzeigen. Viererkettespielend, als Deutschland und die Welt noch auf Libero und Vorstopper setzte. Zusammen mit Mitspieler Paolo Maldini den modernen Defensivfussball erfindend.

Gut das es tatsächlich eine Art VAR gab. Weil das Spiel mit der Kamera aufgezeichnend wurde, um es im Nachhinein zu Analysieren, konnte der Sportliche Leiter Christian Brüse in der App zurückspulen, um in diesem Spiel den Baresi-Arm zu wiederlegen. Astreines Tor. Regelkonform. Gut gesehen vom Unparteiischen.

Ebenfalls gut gesehen vom Man in Black: Zweikampf zwischen Joe Both und seinem Gegenspieler. Joe hält fest. Bekommt die gelbe Karte. Der Dattelner Sportfreund erweist sich dann doch nicht von dieser Art und holt mit seinem Ellenbogen nochmal aus. Regelkonform gab es den roten Karton. Both mit roter blutiger Nase, konnte nicht weiterspielen, musste ausgewechselt, durch Jens Wennemann ersetzt werden.

„Bei der Roten Karte will sich der Spieler befreien und trifft Joe Both mit dem Ellenbogen. Das war unglücklich, aber es hat geblutet, was es natürlich schlimmer aussehen lässt,“ meinte Jedlicka dazu.

In einem Testspiel natürlich einen Situation, die keiner will. Schließlich wollen sich ja alle Mannschaften auf ihre Pflichtspiele vorbereiten. So wurde dieses natürlich auch zu dem Knackpunkt des Spiels, in dem die Spieler sowieso schon Temperaturen von über 30 °C aushalten mussten. Aber es stand nunmal so.

Kurz danach hatte noch Pascal Seypelt nach Vorarbeit von Max Müller eine gute Gelegenheit, aber es hatte nicht sollen sein. 2zu2 zur Pause.

Viele Zuschauer nutzen nun das neue kulinarische Angebot von Kiosk 1927, welcher ein neues, gutes Catering im Steversportpark anbietet.

Die beiden SuS-Trainer Marco Jedlicka und Michael Krajczy wechselten nun fast komplett durch. Ausser Torspieler Tim Grüneberg, IV Kevin Bluschke, Honeymoon Konietzni, Sturmspitze Max Müller und eben jenen Wennemann, trat unser Team im zweiten Durchgang mit einer völlig runderneuerten Truppe an.

Nachdem sich die Gäste zunächst noch gewehrt hatten, schwanden deren Kräfte mit Zunahme der Spielzeit. So gelang es unserer Mannschaft den Gegener „laufen zu lassen“ und sich in gute Abschlusspositionen zu spielen.

Zunächst Max Müller nach Vorarbeit von Henry Burbaum (65.), dann Niklas Mählmann mit einem feinen Solo-Lauf (73.). Kurz danach Fabian Beckmann (76.). Schließlich Henrik Hans als Abstauber nach einem Eckball (82.) und Henry Burbaum, der, nach Chip über die Abwehr, den Ball in der 83. Minute versenkte.

Viele Tore...ja, aber...Jedlicka sah und monierte: „Wir haben zwar die Tore gut gemacht, aber wir hatten nur wenig Bewegung. Wir haben in zwei Blöcken gespielt, da kann ich erwarten, dass die Jungs bei 30 Minuten Nettospielzeit Vollgas geben.“

Nach Heimrechtumwandlung kommt nun die DJK BW Lavesum in unsere heimischen Gefilde. Anstoss ist am Freitag Abend, Flutlichtspiel, um 19.45 Uhr. Der Verein, die Mannschaft, der Kiosk 1927 mit seinem Biergarten heißen willkommen.